„Schenk mir eine Schulstunde“ - Christoph Bratmann in der Waldorfschule Braunschweig

 
 

Im Rahmen des Projekts „Schenk mir eine Schulstunde“ der freien Waldorfschulen, war Christoph Bratmann als erster Braunschweiger Abgeordneter zu Gast in der Freien Waldorfschule Braunschweig und hatte dort die Möglichkeit im Rahmen einer Schulstunde mit einer 13. Klasse ins Gespräch zu kommen.

 
 

Die Moderation der Schulstunde übernahm zu diesem Termin ausnahmsweise einmal nicht der Lehrer, sondern Geschäftsführer Michael Kropp. Zunächst war der Berufspolitiker dann einmal angehalten sich selbst und seine Motivation in die Politik zu gehen zu erklären. Hier machte Bratmann deutlich, dass seine persönliche Biographie als gelernter Drucker und späterer Diplompädagoge vor allem auch seine inhaltliche Ausrichtung in seiner heutigen Tätigkeit bestimmen.

Die politische Motivation insgesamt allerdings war schon immer vorhanden. „Ich war schon immer ein politischer Mensch, bin aber erst sehr spät in eine Partei eingetreten.“ Entscheidend war für ihn letztlich die Erkenntnis, dass er zwar nicht immer mit allem einverstanden ist, was die SPD macht, aber großen Wert auf die inhaltliche Mitbestimmung in der Partei legt. Man darf hierbei nicht vergessen, dass trotz der vielfältigen Partizipationsmöglichkeiten, die Mitwirkung in einer politischen Partei immer noch der einfachste und direkteste Weg in Deutschland ist politisch tätig zu sein.

Im Anschluss bekamen alle Schüler die Möglichkeit sich selbst kurz vorzustellen und zu erklären, was sie an der Waldorfschule schätzten. Dabei wurde besonders deutlich, dass die überwiegende Mehrheit der Schüler bereits einen Kindergarten der Waldorfschule besuchten und bis auf wenige Ausnahmen bereits seit der 1. Klasse einen gemeinsamen Klassenverband bilden. Besonders das druckfreie Lernen, der Klassenzusammenhalt und die vielen Praktika die während der Schullaufbahn absolviert werden schätzen die Schülerinnen und Schüler an ihrer Schule. Bemängelt wurde der teils schlechte Ruf der Waldorfschulen in der Öffentlichkeit und ein beschränkter Rahmen. Besonders im Abitur sind nicht alle Fächerkombinationen möglich, da die Lehrkräfte nicht so vertreten sind, wie es an staatlichen Schulen der Fall ist.

Christoph Bratmann verwies darauf, dass auch die freien Schulträger vom Land nicht vergessen würden. Man dürfe allerdings nicht vergessen, dass die finanziellen Mittel natürlich endlich seien. Das Land Niedersachsen hat derzeit ein Gesamtjahresbudget von 30 Milliarden Euro. Davon fließen 7 Milliarden als mit Abstand größter Posten direkt in den Kultusetat. Trotz dieser gigantischen Summe, können natürlich nicht immer alle Wünsche erfüllt werden. Der Landespolitiker erklärte darüber hinaus auch: „Die Tatsache, dass der Bund bei bildungspolitischen Finanzierungsfragen nur eine untergeordnete Rolle spiele, halte ich für absolut nicht mehr zeitgemäß.“ Das alles soll aber keine Ausrede dafür sein, dass das Land auf der faulen Haut liege. Bereits jetzt gibt es eine Arbeitsgruppe im Kultusministerium, die sich ganz konkret mit Finanzierungsfragen für freie Schulträger beschäftigt. Schlussendlich darf aber auch nicht vergessen werden, dass die freien Waldorfschulen auch jetzt zu bereits 60% aus Landesmitteln finanziert werden.

Anschließend hatten die Schüler dann auch noch Gelegenheit, neben den finanzpolitischen Themen der Schulen, Fragen zu allen möglichen anderen politischen Bereichen zu stellen. Hier zeigte sich auch deutlich, was die Schüler, wie auch viele andere Menschen in Deutschland gerade besonders bewegt. Das Verhältnis zur Türkei, der erstarkte Rechtspopulismus in Deutschland und der Welt und die politische Situation in den USA. Auch wenn es hierbei hauptsächlich um bundespolitische Fragen ging, versteckte sich Bratmann natürlich nicht, sondern stand auch hier Rede und Antwort. Vor allem da die Frage nach einem möglichen Umgang mit einer AfD im Landtag ab der nächsten Landtagswahl möglicherweise ganz konkret sein könnte.

Im Anschluss an die Diskussionsrunde gab es dann noch einen Gesprächstermin mit der Geschäftsleitung der Waldorfschule sowie einen abschließenden Rundgang über das Schulgelände.

 
 

 


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