10 Fragen an Christoph Bratmann

Am 11. September waren Kommunalwahlen in Niedersachsen. Wie zufrieden bist Du mit dem Ergebnis der SPD in Braunschweig?

Bratmann: Ich bin natürlich sehr zufrieden mit dem Ergebnis das wir erzielt haben. Die SPD ist zum ersten Mal seit 40 Jahren wieder stärkste Kraft in Braunschweig! Wir können stolz darauf sein auch in schwierigen Zeiten für unsere Partei so deutlich hinzugewonnen zu haben.

Was sind die Ziele der Braunschweiger SPD für die kommende Ratsperiode?

Bratmann: Die SPD ist die bestimmende und gestaltende Kraft im Rat und sie wird es bleiben! Die Ergebnisse der Kommunalwahl haben gezeigt, dass wir als SPD auf die richtigen Themen setzen die den Menschen in unserer Stadt am Herzen liegen. Wir stehen für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums und die Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs. Wir werden die Kinderbetreuung ausbauen und den Wirtschaftsstandort Braunschweig weiter stärken. Gemeinsam mit unserem Oberbürgermeister Ulrich Markurth werden wir den erfolgreichen Weg unserer Stadt fortsetzen.

Die rechtspopulistische AfD ist bei den Kommunalwahlen zum ersten Mal in den Rat der Stadt Braunschweig eingezogen. Was hältst du für den richtigen Umgang mit dieser Partei?

Bratmann: Ich erwarte von der AfD um ehrlich zu sein keine konstruktiven politischen Vorschläge. Die AfD ist die Partei der gesellschaftlichen Spaltung und Ausgrenzung und steht damit konträr zu den Werten der Sozialdemokratie. Deshalb scheidet die AfD für uns als Mehrheitsbeschafferin von vornherein aus, die Braunschweiger SPD-Ratsfraktion wird sich auf keine Zusammenarbeit mit dieser Partei einlassen. Unsere Aufgabe wird es sein die AfD politisch zu stellen. Ich gehe davon aus, dass sich deren Parolen in der politischen Auseinandersetzung im Rat ziemlich bald von selbst entzaubern werden.

Du bist ja nicht bloß Ratsfraktionsvorsitzender der SPD in Braunschweig, sondern sitzt seit 2013 auch als Abgeordneter der SPD im Niedersächsischen Landtag. Bist Du mit der Zeit im Landtag bisher zufrieden?

Bratmann: Ja, ich bin bisher durchaus zufrieden mit meiner Zeit in Hannover. Die Arbeit im Landtag ist natürlich anspruchsvoll, vor allem aber auch sehr spannend und vielseitig. Mir kommt natürlich zugute, dass die SPD in Niedersachsen den Ministerpräsidenten stellt und wir unter der rot-grünen Landesregierung die Möglichkeit haben vieles von dem was wir als SPD uns vorstellen, auch umzusetzen.

Was ist Dein persönlicher Schwerpunkt als Landtagsabgeordneter?

Bratmann: Mir ist es sehr wichtig, dass wir die richtigen Weichen in der Bildungspolitik stellen. Als Mitglied des Kultusausschusses habe ich meinen Beitrag dazu geleistet und werde es auch weiterhin tun. Demnächst wird ein Entschließungsantrag von mir im Landtag beschlossen, der die berufliche Bildung stärken wird. Als früherer Berufsschullehrer liegt mir dieses Thema daher ganz besonders am Herzen.

Wo siehst Du aus eigener Erfahrung die wichtigsten Unterschiede zwischen kommunaler- und Landesebene?

Bratmann: Nun ja, der wichtigste Unterschied ist wohl, dass Kommunalpolitik ehrenamtlich betrieben wird, während Landespolitiker hauptberuflich tätig sind. Auf der kommunalen Ebene werden die wichtigen Entscheidungen getroffen, die das Zusammenleben der Menschen vor Ort betreffen. Die Arbeit im Landtag ist aber schon wesentlich umfangreicher und zeitintensiver, vor allem weil dort auch Gesetze erlassen werden. Beide Tätigkeitsfelder unter einen Hut zu bekommen ist für mich nicht immer einfach. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir in Niedersachsen eine Landesregierung haben, die die Kommunen gut im Blick hat und sie nach Kräften unterstützt.

Als Du 2013 für den Landtag kandidiert hast, hast Du dich beklagt, dass die Braunschweiger Interessen unter der schwarz-gelben Landesregierung nicht ausreichend beachtet würden. Hat sich das unter rot-grün geändert?

Bratmann: Auf jeden Fall! Man erkennt das schon daran, dass Braunschweig im Landeskabinett stärker vertreten ist, etwa durch unseren Finanzminister Peter-Jürgen Schneider, der sehr stark in unserer Region verwurzelt ist. Den stärkeren Braunschweiger Einfluss sieht man auch daran, dass unter Rot-Grün deutlich mehr Fördergelder des Landes in die Region und die Stadt Braunschweig geflossen sind als unter der Vorgängerregierung. Als Mitglied des Zweckverbands Großraum Braunschweig bin ich persönlich besonders froh, dass wir es geschafft haben 25 Millionen Euro zusätzliche Regionalisierungsmittel vom Land in die Region Braunschweig zu bringen um den öffentlichen Nahverkehr in der Region voranzubringen.

Du sitzt im Landtag für den Wahlkreis Braunschweig-West. Was verbindet Dich mit diesem Gebiet?

Bratmann: Ich kenne den Braunschweiger Westen sehr gut und fühle mich dort sehr wohl. Ich versuche immer den ganzen Wahlkreis im Blick zu haben, von Ölper bis Harxbüttel, von Rühme bis ins Westliche Ringgebiet, meinem Ratswahlbereich. Ich bin so oft wie möglich präsent in meinem Wahlkreis, etwa durch Veranstaltungen, die ich organisiere um den Bürgerinnen und Bürgern eine Chance zu geben, sich zu informieren und mir ihre Anliegen mitzuteilen. Vor kurzem habe ich zum Beispiel ein Diskussionsforum zum Thema „Soziale Stadt“ im Mehrgenerationenhaus im Westlichen Ringgebiet veranstaltet. Der Wahlkreis Braunschweig-West ist sehr vielfältig. Außerdem ist er ein bedeutender Teil Braunschweigs, das Volkswagenwerk befindet sich dort, unsere Eintracht trägt ihre Heimspiele hier aus und das Ringgleis führt durch den Wahlkreis.

Noch eine Frage zu Deiner persönlichen Motivation: Was macht für Dich die SPD aus, was macht Dich zu einem stolzen Sozialdemokraten?

Die SPD macht aus, dass sie auch in schweren Zeiten Haltung bewahrt und sich zu ihren Grundwerten bekennt: Freiheit, Solidarität, Gerechtigkeit. Ich habe in der SPD meine politische Heimat gefunden, die Sozialdemokratie entspricht meiner persönlichen Einstellung und meiner Biografie als früherem Industriearbeiter, der später Abitur und Studium nachgeholt hat. Die SPD ist für einfache Antworten und radikale Standpunkte nicht zu haben, sie steht für den Kompromiss zwischen wirtschaftlicher Stärke und sozialem Zusammenhalt.

Kommen wir zum Abschluss zum Sport. Du bist als leidenschaftlicher Anhänger von Eintracht Braunschweig bekannt. Glaubst du die Mannschaft hat eine Chance dieses Jahr aufzusteigen?

Ich gehe in der Tat schon seit 35 Jahren regelmäßig zur Eintracht. Dieses Jahr habe ich schweren Herzens meinen Stammplatz in der Südkurve aufgegeben um mit meiner Tochter in den Familienblock umzuziehen. Seitdem ich mit meiner Tochter Jule ins Stadion gehe, hat sie unserer Eintracht immer Glück gebracht, in ihrer Anwesenheit wurde noch kein Spiel verloren. Deshalb habe ich uns beiden jetzt Dauerkarten für den Familienblock gekauft, dem Aufstieg steht also nichts im Wege…

Für das Interview möchte ich meinem Prakitkanten Vincent Jasper herzlich danken!

Sie haben Fragen an Christoph Bratmann? Das Wahlkreisbüro hilft Ihnen gerne weiter!